|
Münsterausblick
- Foto: Rüdiger Hitz (RH)
Feste
muss man feiern wie sie fallen - oder einfallen. Der seit 26 Jahren
bestehende
Arbeitskreis
Regionalgeschichte Freiburg hat die Eintragung
ins Vereinsregister im Jahre 1986 zum Anlass genommen, am 15. Juli 2006
ab 16 Uhr das 20-jährige Jubiläum zu begehen.
Der Nachmittag begann gleich mit Außergewöhnlichem: einer Besichtigung des Freiburger
Münsters. Das für sich genommen war noch nichts
Spezielles, denn wer
auch immer nach Freiburg im Breisgau kommt, schaut sich in der Altstadt
die mit Geldern Freiburger Bürger ab ca. 1200 erbaute große Kirche an.
Ihr 116 Meter hoher Glockenturm, von Jacob
Burckhardt
als "wohl der schönste Turm auf Erden" gerühmt, ist als einziger
gotischer Großturm in Deutschland noch im Mittelalter fertiggestellt
worden.
Auf dem Jubiläumsprogramm stand aber keine alltägliche
Kirchenbesichtigung. Der
Arbeitskreis Regionalgeschichte bekam Bereiche des Freiburger Münsters
zu sehen,
die der Öffentlichkeit normalerweise verschlossen bleiben.
|
Bei
der Sonderführung ging es hoch hinauf - zunächst auf den Dachboden des Längsschiffs,
um Meisterwerke mittelalterlicher Baukunst bewundern zu können: Über
den Köpfen spannte sich der riesige hölzerne Dachstuhl, und unter dem
Holzsteg wölbte sich die nun von oben betrachtbare Decke des Münsters
mit ihren unverputzten jahrhundertealten Ziegelsteinen. Ein Blickfang
war auch der alte hölzerne Lastenaufzug.
|

Historischer Lastenaufzug - Foto: RH
|
Anschließend wurden die Mitglieder des Arbeitskreises
Regionalgeschichte zu einem Rundgang
auf der Außengalerie entlang der
Dachtraufe des Münsters eingeladen. Über den Dächern Freiburgs ergaben
sich beeindruckende Ein- und
Ausblicke. Aus nächster Nähe konnte man zum Beispiel die Ziertürme
der Kirche anschauen, die sonst vom Münsterplatz nur aus weiter Ferne
zu sehen
sind.
|

Dachrundgang - Foto: RH
|
Verwitterungsspuren waren deutlich erkennbar. Die Jahrhunderte -
insbesondere der industriebedingte saure Regen des 20. Jahrhunderts -
haben dem Sandstein, aus dem die große Bürgerkirche errichtet ist,
stark zugesetzt.
Farbunterschiede der Steine zeigen an, wo die
Mitarbeiter - und in jüngerer Zeit auch Mitarbeiterinnen - der
Freiburger Münsterbauhütte in der Vergangenheit in oft
schwindelerregender Höhe
Ausbesserungsarbeiten durchgeführt haben. Nicht nur einzelne Steine und
eiserne Anker wurden ausgewechselt, auch ganze Skulpturen sind von
Steinmetzen kopiert und ersetzt worden.
|
Der zweite Teil des Jubiläumsprogramms fand in einem weiteren
historischen Gebäude der Stadt Freiburg statt: im ehemaligen
Elektrizitätswerk.
Nach einem Festvortrag von Vorstandsmitglied Wolfgang Schneider klang
der
Abend mit alemannisch
geprägter
Live-Musik aus: Der Sänger und Gitarrist Karl
Streicher unterhielt die Anwesenden mit Liedern des früh verstorbenen
Schweizer Talents Mani Matter und einigen ins Elsässische übertragenen
Stücken von Jacques Brel.
Foto:
JK
|
|
|
|