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Urkunde der
Erneuerung des Lörracher Stadtrechts 1756
Alle Fotos: Jürgen Krause
Das Lörracher Stadtarchiv
Wer aus dem
Bahnhof tritt, kann es kaum übersehen: das Rathaus der Großen
Kreisstadt Lörrach. Der rund 20-stöckige dunkelgrüne Hochbau überragt
sämtliche Gebäude der Umgebung. Im ersten Untergeschoss befindet sich
das Stadtarchiv. Von gerade einmal einer
Teilzeitkraft unterstützt, sorgt Archivar Andreas Lauble dafür, dass
die von den verschiedenen städtischen Abteilungen und Ressorts
abgelegten Akten sachgerecht archiviert und zugänglich gehalten werden.
Auch für die Dokumentation und wissenschaftliche Aufbereitung der
Unterlagen ist er zuständig. Ein kleines Besucherzimmer
bietet Forschern und interessierten Bürgern die Möglichkeit,
Archivalien einzusehen.
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Zu den
Archivbeständen gehören Akten, Urkunden, Gemeinderatsprotokolle sowie
Rechnungs- und Amtsbücher der Stadt Lörrach, außerdem Dokumente der
ehemals selbständigen Orte Stetten, Tüllingen, Tumringen,
Hauingen, Haagen und Brombach. Der ältere Teil der Bestände ist durch
ein Findbuch von 1952 erschlossen. Auch die thematisch geordnete
Fotosammlung ist gut zugänglich. Zeitungen wie
(ab 1845) der Oberländer Bote sind zur Schonung der Originale auf
Mikrofiche erfasst und können so problemlos durchstöbert und mit einem
so genannten Readerprinter kopiert werden.
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Alter Aktenbestand
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Zur Einführung gab Herr Lauble einen kurzen Überblick über die
Geschichte der Stadt und beantwortete anschließend zahlreiche Fragen.
Das 1102 urkundlich erwähnte Lorracho war ein Haufendorf. Nach der
Zerstörung der in Sichtweite befindlichen Burg Rötteln durch
französische Truppen im Jahr 1678 wurde der Sitz der Verwaltung von
dort nach Lörrach verlegt und die Ortschaft vier Jahre später zur Stadt
erhoben. Allerdings blieb die Privilegierung wohl aufgrund damaliger
Kriegsunruhen folgenlos. Eine von Stadtarchivar Lauble vorgelegte,
sorgfältig aufbewahrte Urkunde belegt die
Erneuerung des Stadtrechts im Jahr 1756.

Blick von der
Rathausdachterasse auf die Schokoladenfabrik neben der
Bahnlinie (links) sowie auf die Talbrücke der A 98 im Hintergrund
Zum Abschluss der Führung ging es vom Untergeschoss auf die
Dachterrasse des Rathauses, um von dort aus die zuvor angesprochene
geographische Lage und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt mit
eigenen Augen besser nachvollziehen zu können. Das im Osten und Westen
von Hängen begrenzte Panorama reicht nordöstlich ins Wiesental und
südlich nach Basel hinein.
Lörrach liegt an einem Schnittpunkt alter Verkehrswege, zu denen im 19.
Jahrhundert eine (bereits vor dem 1. Weltkrieg elektrifizierte)
Eisenbahnverbindung und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein
Autobahnanschluss hinzukamen. Der Fluss Wiese bildete als Brauchwasser-
und Energielieferant einen wichtigen Faktor für die relativ frühe
Industrialisierung Lörrachs. Die Grenznähe erleichterte Schweizer
Investitionen vor allem (ab Mitte des 18. Jahrhunderts) im Bereich der
Textilindustrie. Besonders bekannt geworden ist eine spätere Gründung
der Schweizer Firma Suchard: Seit den 1880er Jahren wird hier
Schokolade hergestellt. Lörrach - auch die Stadt der "zartesten
Versuchung".
In den Dokumenten des Stadtarchivs hat die vielfältige Lörracher
Geschichte ihren Niederschlag gefunden. Weitere wichtige Zeugnisse der
Geschichte der Stadt und darüber hinaus der alemannischsprachigen
Region Südbaden - Nordwestschweiz - Elsass im
Dreiländereck F-D-CH finden sich im städtischen Regionalmuseum, dem Museum
am Burghof.
Jürgen Krause
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