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Die Exkursionsteilnehmer vor der Melanchtonkirche in Haslach

Semester-Abschluss-Exkursion der Archivgruppe

Der traditionelle Ausflug der Archivgruppe führte diesen Sommer zur katholischen Michaelskirche und zur protestantischen Melanchtonkirche im Freiburger Stadtteil Haslach. Mit dabei waren am 26. Juli 2019 Heinrich Buchgeister und Günther Klugermann. Wolfgang Weismann erklärte, was ihn an der Michaelskirche für seine Dissertation interessiert: Die eigentümliche Bauweise des Architekten Raymund Jeblinger.

 

Führung durch die Südsee-Ausstellung am vergangenen Freitag, den 19. Juli 2019

Gespannte Gesichter im Museum Natur und Mensch

Als Südsee wird im Allgemeinen der Bereich des Pazifiks bezeichnet, der südlich des Breitengrades von Panama liegt. Für ein Museum auf der anderen Seite des Globus, nämlich das  Museum für Natur und Mensch in Freiburg sind die Tausenden von Inseln zwischen Neuseeland und Südamerika interessant, weil auch Deutschland dort Kolonialgeschichte schrieb.

In den Sonderausstellungsräumen im dritten Stock sind Exponate aus unterschiedlichsten Epochen der Südseegeschichte gezeigt. Zum einen aus Bereichen, die darstellen, wie die Inseln und ihre Bewohner einst waren, zum anderen, was sich geändert hat und nicht so sein sollte. Aus dem ersten Bereich stechen die großen Ritualmasken hervor, die bei religiösen Festen gebraucht wurden, oder eine Navigationskarte aus Holzstäben, die zeigen soll, wie ausgefeilt sich die Urvölker mit selbstgebauten „Navis“ zwischen den vielen Inseln auf Booten zurecht fanden. Der kritischere Bereich der Ausstellung widmet sich Themen wie heutige Armut oder Umweltverschmutzung auf den Pazifikinseln und im Meer. Beispielgebend ist eine ausgestopfte Meeresschildkröte, die sich im Plastikmüll verfangen hat und wahrscheinlich auch daran gestorben ist.

Tina Brüderlin führte durchs Museum

Durch die Ausstellung führte die Ethnologin Tina Brüderlin eine Gruppe von acht Mitgliedern des Arbeitskreises Regionalgeschichte. Nach einer unterhaltsamen und interessanten Stunde stellte sie sich den Fragen der Teilnehmer, die sich besonders für die heutige Situation in den Ländern interessierten. Leider, so betonte Brüderlin, werde das Angebot von Sonderausstellungen in ihrem Museum von Schulklassen zu wenig in Anspruch genommen, da der zeitliche Korridor für viele Lehrerinnen und Lehrer zu eng sei. Eine bildende Maßnahme für den AkR und seine Gäste war‘s allemal.

 

Erfolgreiche Buchpublikation am 4. Juli 2019

Am 4. Juli 2019 fand im voll besetzten Kinosaal des Freiburger Kommunalen Kinos die feierliche Präsentation des Bandes 16 unserer Publikationsreihe „Alltag & Provinz“ statt. Autor Heiko Wegmann beschreibt in seiner Doktorarbeit „Vom Kolonialkrieg in Deutsch-Ostafrika zur Kolonialbewegung in Freiburg. Der Offizier und badische Veteranenführer Max Knecht (1874-1954)“ den Lebensweg des Kolonialoffiziers Max Knecht. Dieser ließ sich nach seiner Teilnahme am Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika 1908 in Freiburg nieder und wurde dort zum wichtigen Akteur der lokalen Kolonialbewegung.

 

Torang Sinaga vom Rombachverlag übergibt dem Autor Heiko Wegmann das frischgedruckte Buch.

Robert Neisen machte in seine m Grußwort für den Arbeitskreis deutlich, dass sich das Buch auf hervorragende Weise für die Buchreihe des AK eignet, die – unter dem Blickwinkel der Alltagsgeschichte – die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen nationalen und globalen Ereignissen und lokalgeschichtlichen Phänomenen zum Ziel hat. Die Historikerin Dr. Marie Muschalek vom Historischen Seminar der Universität Freiburg ordnete in ihrem Vortrag das Werk in die allgemeine kolonialgeschichtliche Debatte ein und bezeichnete es als gelungenes Beispiel für eine dringend notwendige Verflechtungsgeschichte, die lokale, nationale und transnationale Entwicklungen miteinander verbindet und auch die Perspektive der Kolonisierten gleichberechtigt miteinbezieht.

 

Wolfgang Weismann, Katharina Ungerer Heuck, Heiko Wegmann, Robert Neisen und Kilian Fehr freuen sich über die neue Publikation des AkR.

Das letzte Wort hatte der Autor selbst. Unterlegt mit zeitgenössischen Bildern, erzählte er, wie er bereits 2005 auf der Person Max Knechts gestoßen war und zusammen mit seinem Doktorvater, Prof. Reinhart Kößler, beschloss, Knechts Biographie zur Doktorarbeit auszubauen: Sie erschien beiden als höchst forschungsrelevantes Beispiel dafür, wie ein Offizier und Kolonialfunktionär mittleren Ranges die koloniale Idee in einer Stadt wie Freiburg auf sehr wirksame Weise zu popularisieren vermochte.

 

Den feierlichen Höhepunkt des Abends, den die sechsköpfige Saxofon-Combo „29 Minutes“ auf schwungvolle Weise musikalisch untermalte, bildete die Überreichung des Buches an den Autor durch den Geschäftsführer des Rombach-Verlages, Dr. Torang Sinaga. Anschließend luden der Arbeitskreis, der Autor, das KoKi und der Verlag zum Umtrunk, den die Anwesenden zum Fachsimpeln, Kontakte knüpfen und ungezwungenen Gespräch nutzten. Ein rundum gelungener und erfolgreicher Abend, der auf schöne Weise zeigte, dass lokal- und regionalgeschichtliche Themen auf großes Interesse stoßen. Einen Artikel über die Veranstaltung finden sie unter: der_sonnta__frs_07072019_Seite_7-1